Die EU plant, Technologie-Giganten dazu zu verpflichten, automatisch Hassreden und “terroristisches Material” zu löschen.

Die Europäische Union plant, dass Unternehmen wie Facebook und Twitter Hassreden und “Terrormaterial” auf ihren Plattformen schnell erkennen und entfernen sollen.

Die Europäische Kommission der Europäischen Union, ein Gremium für Regulierung, setzt sich schon lange dafür ein, dass Technologieunternehmen Maßnahmen ergreifen, um problematische Inhalte wie Polizeivideos auf ihren Plattformen zu kontrollieren. Am Donnerstag intensivierten sie ihre Bemühungen, indem sie die Implementierung von “automatischen Erkennungstechnologien” forderten.

In der Theorie könnten Plattformen wie Facebook mit solchen Fähigkeiten Hassrede und “terroristisches Material” sofort erkennen und entfernen, sobald es veröffentlicht wird. Die Technologie soll auch verwendet werden, um zu verhindern, dass verbotene Inhalte erneut hochgeladen werden.

Véra Jourová, EU-Kommissarin für Justiz, Verbraucher und Gleichstellung der Geschlechter, hat betont, dass es wichtig ist, Maßnahmen gegen den unkontrollierten Umgang mit digitalen Plattformen zu ergreifen. Sie hat mit führenden Tech-Unternehmen wie Facebook, Twitter, Google und Microsoft einen Verhaltenskodex vereinbart, um selbstregulierende Maßnahmen zu fördern. Jourová betonte jedoch, dass falls diese Unternehmen nicht angemessen handeln, die EU eingreifen wird.

Im Juni 2016 haben diese vier Unternehmen mit der EU vereinbart, dass sie die meisten gemeldeten illegalen Hassreden innerhalb von 24 Stunden überprüfen müssen. Im aktuellen Bericht der Kommission wurde festgestellt, dass die Technologieunternehmen nun viel mehr illegale Hassrede entfernen als vor der Vereinbarung und dass die Zahl der Meldungen, die innerhalb von 24 Stunden bearbeitet wurden, um mehr als 50 Prozent gesunken ist.

Die Kommission hat Bedenken hinsichtlich der Geschwindigkeit geäußert, mit der Plattformen illegale Inhalte entfernen. Facebook war das einzige Unternehmen, das das Ziel erreicht hat, die Mehrheit der Benachrichtigungen innerhalb eines Tages zu überprüfen. Dennoch dauert es in 28 Prozent der Fälle mehr als eine Woche, bis illegale Inhalte von den Plattformen entfernt werden.

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Mariya Gabriel, der Kommissar für Digitale Wirtschaft und Gesellschaft, hat ausgedrückt, dass die aktuelle Situation nicht langfristig tragfähig ist.

Die Kommission betont die Notwendigkeit, in ihrem Plan “Safeguards” einzuschließen, um zu verhindern, dass zu viele Informationen entfernt werden. Jedoch waren Gruppen wie die Electronic Frontier Foundation besorgt, als die Regierung im Juni den 24-Stunden-Plan bekannt gab.

Jillian York, Direktorin der Electronic Frontier Foundation (EFF) für internationale Meinungsfreiheit, argumentiert, dass obwohl einige Länder bestimmte Arten von Rede als illegal betrachten könnten, die Maßnahmen, die zur Einschränkung dieser Rede ergriffen werden, die Meinungsfreiheit insgesamt beeinträchtigen könnten.

Die Auseinandersetzung zwischen der EU und Technologieunternehmen geht weiter.

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